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die geschichte des art hotel blaue gans salzburg

650 jahre blaue gans - vom ältesten gasthaus der getreidegasse zum ersten arthotel salzburgs 

tradition und innovation

die anfänge

in der römerzeit war das gelände zwischen mönchsberg und salzach bereits besiedelt. zahlreiche grabungsfunde beweisen, dass es sich um ein grosszügiges handwerkerviertel gehandelt haben muss.

931

erstmalige urkundliche erwähnung als »frongarten« oder »frauengarten«. der name leitet sich von der kirche »zu unserer lieben frau« her (später franziskanerkirche).

in friedrich i., graf von chiemgau war zum letzten mal die würde des st. peterer abtes und jene des erzbischofs in einer person vereint.

987

trennung des besitzes der abtei von dem des domstiftes. 

1104

ist erstmals von siedlern am frauengarten die rede, 1147 von solchen in der getreidegasse.

1110

der frauengarten wurde an st. peter überlassen. deshalb waren auch die häuser in der tragasse unter dem titel burgrecht abgabenpflichtig. der gegenständliche bau gehörte zum burgrecht st. peter. »burgrecht« bedeutete, gegen einen jährlichen zins an den grundherrn das recht, haus und hof in der stadt zu besitzen und davon gebrauch zu mache 1137 konstruktion des almkanals durch den mönchsberg, der mit einem arm auch durch den frauengarten in die salzach, mit einem anderen 1335 zum bürgerspital geleitet wurde. er gilt als der älteste noch funktionsfähige industriebau europas.

1150

erste urkundliche nennung der getreidegasse. »tragasse«: so hiess diese hauptverkehrsader in ältester zeit, bis in wolf dietrichs zeiten die einzige durchzugsstrasse der stadt, die strasse der bürgermeister und stadträte, der saumhändler und handelshäuser, der hochfürstlichen pfleger und richter, der gewerken und münzer. fast alle geschichtsträchtigen familien hatten hier ihren sitz. hofmusiker wie franz heinrich biber oder leopold mozart waren hier höchstens untermieter. wohlstand und glanz eines kleinen fürstentums spiegelte sie wider. die bauten waren der reihe nach im 14. jahrhundert errichtet worden. die inhaber mussten an den eigentümer st. peter die novalstift (novalium = neubruch) zahlen.

ernichtende niederlage gegen den bayern-könig. salzburg war im begriffe, sich von bayern zu lösen und ein eigenes land zu werden.

1342

spricht erzbischof heinrich von pirnbrunn erstmals von seinem land.

1287

der sog. »sühnebrief« mit dem der erzbischof den streit zwischen den reichen und armen bürgern geschlichtet hatte, kann als ältestes stadtrecht angesehen werden. salzburg ist somit die älteste stadt im heutigen österreich.

um 1350 gründung des hauses durch die aufner

ruprecht aufner scheint erstmals urkundlich auf, wahrscheinlich ist er der bauherr des hauses nr. 43. er war bürger der stadt salzburg, sogar ritter und als kaufmann besass er auch das nötige kleingeld (die familie verfügte noch über eine handvoll häuser in der ganzen stadt). 1381 und 1383 erledigte er »weise und vest« auch das amt des bürgermeisters.

um das jahr 1350 dürfte das haus schon bestanden haben, denn in einem urbar des bürgerspitals heisst es 1360 an einer stelle: »zanachst an martin des aufners haws«. sein sohn martin d.ä. besass als gewerke gründe und bergrechte in gastein und rauris, wo er auch als bergrichter und wechsler im dienste des erzbischofs stand. als einer der ersten exportierte er arsenik nach venedig, in dessen banken er sein kapital anlegte. sohn martin d.j. bekam gar sechsmal die geschäfte der stadtverwaltung übertragen, begab viele stiftungen und machte zahlreiche schenkungen (v.a. an das spital).

1428

erwirkte martin aufner bei abt jörg einen »ver-laubbrief« für ein türl in den frauengarten.

martin aufner überliess zunächst nur die rendite dem bürgerspital, 1432 übertrug er das haus zur gänze der sozialen stiftung. »sicher nicht aus wirtschaftlichen gründen haben diese schwerreichen patrizier unser haus abgestossen, sondern aus purer mildtätigkeit.« bis ins 18. jahrhundert gehörte es so grundrechtlich zum spital, dass es »zu erbrecht verleiht«, gegen die abgabe von 10 pfund pfennigen und jährlich zwei hennen.

1486

christian hauser, ein färber, dem der nahe bürgerspitalarm des almkanals betrieblich zugute kam, zog in das haus nr. 41. anscheinend tauchen bereits gegen ende des 15. jahrhunderts teilbesitzer auf: von »verstuckung« ist die rede (eine art stockwerkseigentum).

da das benachbarte »tischlerhaus« in der chronik als »öd und verbrunnen« bezeichnet wird, könnte ein brand auch unser haus betroffen haben, das um die jahrhundertwende ebenfalls als »öd und zerbrochen« in den aufzeichnungen erscheint.

erstmals wirtshaus

1516

niklas hueber, der bräu, wird als hausherr von nr. 43 geführt, zu dem dann der bruder »sigmund preu« kommt. das stammhaus der beiden ist die getreidegasse nr. 26, »hofstatt und preustadl«.

im visitationsprotokoll sind unter »matheusen huebers wierths behausung« vermerkt: er selbst mit frau, einem sohn und sieben töchtern, sowie an personal: »ain pueb und ain diern«. dass das haus nr. 43 spätestens 1569 gasthaus war, steht ausser frage. aber vermutlich haben bereits die hueber, die das haus ab 1516 besessen haben, den ebenerdigen zugang als ausschank genützt, vornehmlich weil sie ihr bier, das sie einige häuser weiter in der tragasse (nr. 26) gebraut haben, an den mann bringen wollten.

es gibt also gute gründe für die annahme, dass mit dem einzug der beiden hueber in das haus nr. 43 zumindest auch bierfässer im gefolge waren. folglich können wir den beginn der gastwirtschaft in die erste hälfte des 16. jahrhunderts datieren! dadurch und mit der hausgründung um 1350 ist die »blaue gans« fraglos die älteste noch bestehende gaststätte der stadt (mit »gabler« und »hölle«, die aber beide eigentlich braugasthöfe waren, mit einer etwas anderen tradition).

der name blaue gans

warum blaue gans ? » in den alten salzburger chroniken, die vom bauernkrieg des jahres 1525 erzählen, wird von einem bürgersmann berichtet, der während der beschiessung der veste keck über den platz ging, der heute sigmunds-platz heisst. und just vor dem »fasan« verfing sich eine kanonenkugel, die von oben kam, im bauschigen mantel des bürgers, ohne ihm weiteren schaden anzutun.

ein glücksfall, der wert befunden wurde, vermerkt zu werden und dem wir auch die kenntnis verdanken, dass die gans auf dem sigmundsplatz eigentlich ein fasan sei.« »jedoch der künstler mochte das konterfei dieses fremden getiers noch so lebenswahr hingemalt haben, für den bauern, der es nicht kannte, war und blieb es eine gans - eine blaue gans.« (ernst frisch in der »salzburger zeitung« 28.ii.1944). den wirtshausschild, eine aus blech geschnittene gans im blattkranz, datiert die »österreichische kunsttopographie« (1914) in den anfang des 19. jahrhunderts, den schmiedeeisernen arm- mit reichem spiralgitter - »um das jahr 1600«; er dürfte also die bewegte geschichte dieses gasthauses ziemlich seit anbeginn mitgemacht haben.

1601

erwarb johann sprintzenperger das gesamte haus, in dem er schon vorher gewohnt und den gastbetrieb innehatte. ab dieser zeit steht zweifelsfrei auch der hausname fest, der über 400 jahre bis in die gegenwart bestand hatte. wahrscheinlicher ist jedoch, dass er so alt wie das wirtshaus selbst ist, also auch an die fünf jahrhunderte. bis dato frühester beleg für den heutigen hausnamen bleibt ein eintrag im »municipal register 1434-45«, von einer »schreiberhand« um 1602!

1607

das geschäft in der »blauen gans« könnt. floriert haben, denn der neue eigentümer pachtete vom spital ein gewölbe im mönchsberg als keller und ein »trait cästl«.

1607

bau des hofmarstalles. wolf dietrich von raitenau liess nicht nur über 50 häuser niederreissen, um die grosszügigen plätze um den dom zu schaffen, sondern auch neue strassenzüge anlegen, neben dem bisher alleinigen durchzug judengasse - getreidegasse.

1614

erzbischof markus sittikus von hohenems (1612-19) liess die erste oper auf deutschem boden in der residenz aufführen. zu beginn des 17. jahrhunderts erste stadtbeleuchtung mit pechpfannen. beim löchlbogen wurde eine brücke geschlagen.

1628

weihte erzbischof graf paris lodron den solari-dom mit grossen feiern ein, nachdem er 1622 die universität eröffnet hatte.

1659/64

fürsterzbischof guidobald von thun ordnete den bierzwang an, d.h. alle wirte mussten das »fürstenbier« abnehmen, nur die biersieder durften ihr eigenes erzeugnis verabreichen. das erlassene staatliche biermonopol zwang schliesslich jeden gastgeb ohne eigene produktion - so auch die »blaue gans« - beim erzbischöflichen »kaltenbierhaus« im kai, nach dessen einstellung 1704 in kaltenhausen, abnehmer zu sein. die zwangsweise abnahme verführte die hofbräuer zu nachlässiger qualität, sodass in der hofkammer bald die beschwerden über das »schauderhafte gesöff« von säuerlichem geschmack eingingen.

1669

der felssturz in der gstättengasse am 16. juli forderte 220 opfer und zerstörte zwei kirchen und 13 häuser, bis herein zum ursulinenplatz.

1693

liess ernst thun eine »sommerreitschule« errichten, wo am mönchsberg im 17. jahrhundert für den dombau steine abgebaut worden waren. fischer von erlach gestaltete die pferdeschwemme mit dem rössebändiger des salzburger bildhauers michael bernhard mandl (1695).

vereinigung mit dem »güldenen« nachbarn

1717

übernahm franz moszhamer die »blaue gans«. durch seine zweite heirat mit maria elisabeth gschwandtner, deren vater ludwig den »goldenen hirschen« innehatte, gelangten beide gasthäuser in eine hand. die »blaue gans« überliess moszhamer in diesen jahren einem »geschäftsführer« oder pächter.

1746

trennten sich franz und maria anna moszhamer von der »blauen gans«. den »hirschen« führte ihr sohn franz weiter. möglicherweise bestand auch eine verwandtschaft mit maria anna moszhamer, die auch zum freundeskreis der familie mozart gehörte. in den briefen ist mehrmals von ihr die rede, einmal als »controllmariandl« diese bezeichnung dürfte von der stellung ihres vaters bei hofe herrühren; er begann 1715 als koch und brachte es zum »hofküchen-controler«. spätestens seit 1775 war sie im »tanzmeisterhaus« leopold mozarts mitbewohnerin.

freundschaft zur familie mozart

1780

bewohnte johann paul huetterer, als hofviolinist ein freund mozarts, das haus. bei wolfgang a. mozart heisst er der »huatara«, der - so im brief 1780 aus münchen - statt seiner die »thresel« küssen soll. (anm.: vielleicht gilowsky oder barisani, wenn nicht das treue »kuchlmensch«, das den wolferl abgöttisch liebte, gemeint ist).          

1751/52

von der kopfsteuer in den jahren ist im »deibl- oder täubl-haus« nur franz de paula deibl, der hofmusikus, erfasst. deibl hatte den hausanteil »gegen den heuwaagplatz« geerbt (sigmundsplatz 4), was allerdings die miese finanzlage des musikers nicht wirklich zu sanieren vermochte. sein »hungergehalt« verantworteten die erzbischöfe, die den »hofmusicus und hochfürstlichen titular-portier« mehr schlecht als recht entlohnten. sein verhältnis zur familie mozart war sehr eng: nicht weniger als 18 briefstellen (!) beziehen sich auf ihn.

1783

verstarb franz de paula deibl. seine letzte ruhestätte fand er im petersfriedhof.

der weg in die moderne

1764-68

erzbischof sigismund von schrattenbach erbaute das neutor, die riedenburg wurde erschlossen. von der »blauen gans« aus gut zu sehen ist die mulde über dem neutor. sie erinnert an den seinerzeitigen versuch 1676, den mönchsberg zur gänze zu durchschneiden.

1800

waren hausnummern erstmals vom einquartierungsamt eingeführt worden.

1808

aus dem »hypothekenbuch« im landesarchiv ist zu entnehmen, dass die »erbsgerechtigkeit« am sprintzenpergerhaus mit einer »radicierten wirthsgerechtsame« ausgestattet bzw. dem bürgerspital »mit grundherrschaft unterworfen und dafür stift- und dienstbar ist«.

1842

errichtung des mozart-denkmals.

1850

wurde das herzogtum salzburg zum selbständigen kronland erhoben und die kommunale selbstverwaltung möglich.

1876

besuchte kaiser franz joseph salzburg. nach der wirtschaftskrise in den siebzigerjahren erfuhr der fremdenverkehr einen neuerlichen aufschwung. neben den kulturellen angeboten entwickelte sich besonders das bade- und kurwesen. die »blaue gans« unterhielt mit dem benachbarten hotel »zum goldenen horn« einen täglichen omnibusbetrieb zur moorbadeanstalt »marienbad« in leopoldskron.

1890

wurde ganz in der nähe der »blauen gans« der »elektrische aufzug« auf den mönchsberg errichtet, die drahtseilbahn auf die festung folgte zwei jahre später.

1857

wurde das eigentum an der »blauen gans« der witwe anna stiegensteiner, einverleibt. von ihr kaufte sie ludwig gruber 1860 um 17.000 gulden. er liess den stall neben dem hauseingang zu einem schankzimmer umbauen.

1865

erbte die witwe maria. zwei jahre später ging das gasthaus an die »graf arcosche bräuhausverwaltung kaltenhausen«.

alltag und weltgeschehen

1884

nachruf einiger »stammgäste« im »salzburger volksblatt«: »am aschermittwoch wurde der ganswirth herr georg gadermayer zur erde bestattet.« gadermayer kam vor ungefähr 25 jahren nach salzburg. sein vermögen war, wie er selbst sagte, damals eine lederne hose und ein paar kräftige arme. nachdem er verschiedene tätigkeiten ausgeübt hatte, entschloss er sich, wirth zu werden und brachte das gänzlich verwahrloste gasthaus »zur blauen gans« an sich.

gadermayer hatte in kurzer zeit ein geschäft geschaffen, welches nicht leicht ein anderer zu stande gebracht hätte. die wirthe dokumentirten dieses dadurch, dass sie ihn zum höchstbesteuerten der verzehrungssteuer erhoben. bald nach seinem geschäftsantritte war in salzburg die losung der gasthausbesitzer (sic!): »blaue gans«. warum? »weil er guten, billigen wein schenke, sich mit bescheidenen prozenten bei speisen und getränken begnügte und mit allen seinen gästen freundlich verkehrte. gadermayer hat bewiesen, dass man in salzburg als wirth sich ganz gut befinden kann, wenn man seine gäste achtet und denselben für ihr geld etwas gibt. ehre seinem andenken!«

1914-18

der erste weltkrieg kostete einer unzahl von salzburgern das leben und hatte eine hungerkatastrophe zur folge. im mirabellgarten wurde kraut angebaut .

1920

erscholl auf dem domplatz zum ersten mal der »jedermann«-ruf; »die ganze stadt ist bühne« (m. reinhardt)

1913

hatte der 38-jährige alois grasmayr eine tochter des schwerreichen wiener grossindustriellen mautner-markhof geheiratet. um ihre mitgift vor der drohenden inflation zu retten, kaufte er die beiden hotels »bristol« und »stein« sowie die gasthöfe »sternbräu« und »blaue gans« auf. bei kriegsende präsentierten sich seine gästezimmer verwanzt und praktisch ohne bettwäsche. für seine »nase« spricht aber, dass er schon sehr früh arbeiten von egon schiele sammelte.

1928

sperrte der letzte hufschmied am ende der getreidegasse zu. das alte salzburg ging zu ende: eine residenz ohne hofstaat, die burg ohne soldaten, marstall und schwemmen ohne pferde

1924

erhielten die 38.000 salzburger eine elektrische strassenbeleuchtung.

1926

wurde der flughafen in maxglan ausgebaut.

1926

umbau der ehemaligen hofstallungen in eine festspielstätte durch clemens holzmeister. der pinzgauer anton faistauer freskierte das foyer.

1926

hatte sich die erste nsdap-ortsgruppe im nahen gasthof »zur sonne« konstituiert. sprengstoff-attentate auf das erzbischöfliche palais und auf das festspielhaus folgten.

1930

fanden in der »grossen aula« die ersten »salzburger hochschulwochen« statt.

1933

die weltwirtschaftskrise (32% arbeitslose) und die von hitler befohlene »1000-mark-sperre« trafen die beherbergungsbetriebe nachhaltig.

1935

am 17. jänner wurden »blaue gans« und das »däublhaus« franz und juliana pointner je zur hälfte einverleibt (er war seinerzeit braumeister in der stiegl-brauerei gewesen).

1938

das landesverkehrsamt brachte ein verzeichnis aller beherbergungsbetriebe heraus. die »blaue gans« verfügte demnach über 48 zimmer mit 80 betten. das einzelzimmer ohne bad belief sich auf 1,80 bis 3,30 reichsmark (der »goldene hirsch« lag mit 2-4 reichsmark etwas darüber)

finis austriae

am 12. märz 1938 überschritten deutsche truppen die grenze. adolf hitlers einzug am 6. april in salzburg wird als »triumphal« beschrieben. »für uns kommt a neuche zeit«, jubelte der heimatdichter otto pflanzl. jüdische geschäfte und ganze häuser wurden arisiert, ihre besitzer verschwanden in den

konzentrationslagern, sowie die politisch andersdenkenden. auf dem residenzplatz wurden bücher verbrannt.

»es ist selbstverständlich, dass die gastgewerbetreibenden bei übertragungen von reden des führers und anderer führender männer des reiches, in der kalten jahreszeit ihre gastlokale auch den volksgenossen gerne zur verfügung stellen, die nicht in der lage sind, etwas zu konsumieren.«

16. oktober 1944

der erste bombenangriff traf gleich den dom und in unmittelbarer nähe der »blauen gans« auch das bürgerspital und die alte münze in der griesgasse, das ursulinenkloster und das museum wurden in mitleidenschaft gezogen. »zwischen blasiuskirche und sternbräu ein schutt- und trümmerfeld« (e. marx).

4. mai 1945 um 6 uhr früh

kapitulation durch oberst hans lepperdinger. panzer der 106. kavallerie-gruppe des xv. us-korps rollten in die stadt. die offizielle übergabe an die

3. infanterie-division erfolgte im hotel österreichischer hof.

mai 1945

ausgehverbot und beschränkte öffnungszeiten für gaststätten blieben aufrecht. einzelne von ihnen, wie die »blaue gans«, durften am vormittag ein einfaches essen verabreichen. »der zugang zu diesen gastwirtschaften ist derart stark, dass die wirte zu- und abgang organisieren müssen« (zeitzeuge josef hummel). die »blaue gans« selbst (wie auch das hotel »stein«) diente als truppenunterkunft für die militärpolizei.

wiederaufbau

1954

übergaben franz und juliana pointner die »blaue gans« an den sohn friedrich und dessen frau frieda.

am 5. dezember 1954

erteilte die militärbehörde herbert von karajan wieder die auftrittserlaubnis, der dann ab 1964 eine massgebliche rolle im festspieldirektorium spielen sollte.

1956-60

baute clemens holzmeister den ehemaligen fürstlichen marstall zum »grossen festspielhaus« um, indem er ein attikageschoss draufsetzte und den bühnenraum in den felsen vortreiben liess. der gebürtige salzburger herbert von karajan eröffnete das haus mit dem »rosenkavalier« von richard strauss.

1966

erhielten das »museum carolino augusteum« und das »haus der natur« ihre bisherige heimstätte, in unmittelbarer nachbarschaft der »blauen gans«.

1974/75

bau der altstadtgarage. in der rekordzeit von nur 18 monaten entstanden 1.500 parkplätze im mönchsberg.

1968

nach dem tod von friedrich pointner im jahre übernahm die witwe friederike pointner den betrieb.

1973

verpachtung an adolf jüstel, der mit dem »mexicano keller« eine für salzburg neue jazz-szene initiierte, in der grössen wie fatty george, oskar klein und sogar ella fitzgerald aufgetreten sind.

1993

übergab die mehrheitseigentümerin friederike pointner die liegenschaft in das hälfteeigentum ihrer tochter ulrike gfrerer, geb. pointner, und deren ehegatten dr. hermann gfrerer.

30.09.1997

ende des pachtverhältnisses, am 1. oktober 1997 wurde der betrieb mit hotel und restaurant ohne unterbrechung weitergeführt, wobei die eigen-tümer die betriebsführung dem älteren sohn andreas übertragen hatten.

im jänner 1998

begann die erste umbauphase mit renovierung eines grossteils der hotelzimmer, der erneuerung der infrastruktur (heizung, lüftung, sanitär), sowie die restaurierung der gasträume und des weinkellers.

1999

erfolgte der weitere ausbau der hotelzimmer.

2000

die erneuerung der küche samt lager und kühlräumen.

tradition & innovation

2002

massiver eingriff - bei wahrung der bausubstanz - mit dem ziel, den historischen innenhof durch beseitigung seinerzeit erfolgter ein- und aufbauten freizulegen und gleichzeitig in drei stockwerken die zugemauerten arkaden wieder zu öffnen. hierbei gelang es eine ideale kombination von alter bausubstanz und zeitgenössischer gestaltung herzustellen.

nachdem auch die letzten zimmer den anforderungen der höheren hotelkategorie angepasst worden waren, konnte schliesslich auch die von andreas gfrerer und studio 10 entwickelte idee des »arthotels®«, umgesetzt werden.

mit dem ersten arthotel in salzburg lädt die blaue gans ihre gäste ein, sich von der symbiose »alt und neu« inspirieren zu lassen und unbekannte persönliche freiräume zu entdecken. das arthotel bietet lebensstil für jene, denen lifestyle zu wenig ist, und die statt promis, prunk und protz den eigentlichen luxus unserer tage suchen: die unaufgeregtheit des augenblicks.

die blaue gans wandelt sich so vom ältesten gasthaus der getreidegasse zum ersten arthotel® salzburgs, einem »für den gast bewohnbaren kunstwerk auf zeit, das seine wurzeln dennoch im historischen erbe und in der tradition findet.«

aus »gasthaus zur blauen gans. fürstenbier, bürgermeister, mozartfreunde« hans spatzenegger